Technologiefortschritt und Umzug.

1996-2005 | Start mit zwei Unimog Baureihen ins neue Jahrtausend.

Die Geschichte des Unimog vereint Einfallsreichtum und Innovation mit dem Festhalten an bewährten Konzepten. Das macht den Alleskönner von Mercedes-Benz so einzigartig. Im sechsten Teil unserer Unimog Geschichte blicken wir zurück auf die wichtigsten Modelle und Ereignisse rund um die Jahrtausendwende.

Mehr Leistung, mehr Umweltschutz.

Ab 1996 legte Mercedes-Benz den Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung der beliebten Unimog Baureihe 408 zunehmend auf umweltschonende Technologien. So brachten der neu eingeführte kompakte Unimog U 90 turbo und der verlängerte Unimog U 100 L turbo mit 85 kW nicht nur viel Leistung für die Geräteträger mit, sondern setzten erstmals auf die umweltverträglichen Motoren nach Euro-II-Norm. Eine Entwicklung, die bis heute zu immer effizienteren Diesel-Motoren mit gleichzeitig deutlich reduzierten Emissionswerten geführt hat.

Doch nicht nur in Sachen Motor stand das Thema Umweltschutz zunehmend im Vordergrund. Asbestfreie Bremsbeläge, biologisch abbaubare Hydrauliköle sowie der Verzicht auf FCKW und Cadmium im Unimog tragen bis heute zu einer verbesserten Umweltbilanz bei und erhöhen gleichzeitig den Schutz für Fahrer und Crew.

Klein, aber fein: der UX 100.

Im Jahr 1996 feierte ein weiterer ungewöhnlicher Unimog seine Premiere: die Baureihe 409. Der „Mini Unimog“ war als kleiner Geräteträger für den Einsatz in Kommunen konzipiert. Mit nur 1,6 m Breite und einer Gesamthöhe von unter 2 m konnte er auch in engen Gassen oder an Orten eingesetzt werden, wo eine besonders hohe Wendigkeit gefragt ist. Dabei hatte der als UX 100 eingeführte Geräteträger viel Technik und Ausstattungsmerkmale seines großen Bruders an Bord. Dazu zählen neben dem Allradgetriebe die praktischen Schnittstellen für An- und Aufbaugeräte.

Der UX 100 kam in zwei Varianten auf den Markt. Mit einem Radstand von nur 2.150 mm konnte der UX 100 H als kompakter Geräteträger genutzt werden, während der UX 100 M mit einem Radstand von 2.600 mm vor allem für Transportaufgaben konzipiert wurde. Nach wenigen Jahren trennte sich Daimler aber von dem UX 100, der bei der Firma Hako unter dem Namen „Kommobil“ weitergeführt wurde.

Mehr Komfort: die Geräteträger der Unimog Baureihe 405.

Zur Jahrtausendwende wurde 2000 eine neue Geräteträger-Generation des Unimog eingeführt. Im Vergleich zu den erfolgreichen Vorgängerbaureihen setzte man mit dem U 300, U 400 und U 500 auf noch mehr Komfort durch technische Finessen. So wurden erstmals eine Wechsellenkung sowie eine EPS-Schaltung serienmäßig verbaut. Das Fahrerhaus bot dank einer völlig neuen Materialmischung aus Kohlefaser deutlich mehr Raum und mehr Rundumsicht. Die neue Leistungshydraulik eröffnete zudem ein weites Spektrum für anspruchsvolle An- und Aufbaugeräte.

Das Design der neuen Geräteträger wurde, abgestimmt auf die Designsprache moderner Nutzfahrzeuge, noch glatter und fließender gestaltet. Dank effizienterer Dieselantriebe konnte die ohnehin schon gute Wirtschaftlichkeit des Unimog noch weiter verbessert werden. Die für den Erfolg des Unimog seit Beginn ausschlaggebende enge Partnerschaft mit Aufbauherstellern wurde durch Zertifizierungen und Partnerprogramme weiter intensiviert.

Abschied von Gaggenau.

Im Jahr 2021 feierte man in Gaggenau mit einer großen Unimog Sternfahrt den 50. Jahrestag der Produktionsstätte für den Alleskönner. Doch schon ein Jahr später hieß es Abschied nehmen: Am 26. August 2002 startete die Produktion des Unimog in dem frisch modernisierten neuen Werk in Wörth. Das weltgrößte Lkw-Werk direkt am Rhein ist seither die Heimat des Unimog, in Gaggenau werden aber noch weiterhin Komponenten für den Special Truck hergestellt. Doch bis heute bleibt der Name Unimog eng mit Gaggenau verbunden, seit 2006 nahe der ehemaligen Produktionsstätte das Unimog-Museum eröffnet wurde.

„Mr. Unimog“ Hans-Jürgen Wischhof erzählt aus der Geschichte des Allround-Trucks

Mehr als nur geländetauglich: hochgeländegängig.

Neben dem Geräteträger setzte Daimler ab der Jahrtausendwende auf ein zweites Modell, das als direkter Nachfolger der „schweren Baureihen“ 427 und 437 konzipiert wurde. Die Baureihe 437.4, besser bekannt unter den Baumustern U 3000, U 4000 und U 5000, ist prädestiniert für den Einsatz in unwegsamen Gelände. Die große Bodenfreiheit, Watfähigkeit, Böschungswinkel und die beeindruckende Steigfähigkeit von bis zu 110 % bringen Material und Besatzung des hochgeländegängigen Unimog dorthin, wo andere Fahrzeuge oft nicht mehr hingelangen.

Elektropneumatische Differenzialsperren sorgen in Kombination mit drehmomentstarken Motoren mit bis zu 218 PS dafür, dass selbst für Unimog Maßstäbe mit dieser Baureihe eine neue Dimension der Offroad-Performance erreicht werden konnte. So dient die Baureihe 437.4 als Basis für Expeditionsfahrzeuge und für Transporteinsätze bei Spezialanwendungen in der Bau- und Energiebranche.

Zwei Baureihen für unterschiedliche Anwendungen.

Mit der Einführung der neuen Baureihen 405 und 437.3 wurde die noch bis heute bestehende Ausdifferenzierung der Unimog Baureihen für zwei unterschiedliche Anwendungsbereiche bekräftigt. Der Unimog Geräteträger entwickelte sich zu einem flexiblen, wirtschaftlichen und auf die Bedürfnisse von Kommunen und Lohndienstleistern zugeschnittenen Alleskönner. Anforderungen wie der Ein-Mann-Betrieb, mehr Arbeitskomfort sowie Sicherheitsstandards für den Arbeitseinsatz stehen bis heute bei dieser Baureihe im Vordergrund.

Der hochgeländegängige Unimog knüpfte dagegen an die Tradition der stark motorisierten und für extremen Offroad-Einsatz entwickelten Spezialfahrzeuge an. Er überzeugt durch sein ausgeklügeltes Fahrwerk mit Portalachsen sowie mit seiner äußerst robusten Konstruktion. Weltweit sind diese Unimog immer dann gefragt, wenn es Einsätze in besonders schwierigem Gelände und unter Extrembedingungen zu bewältigen gilt.

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