Andreas und Jürgen Hellgeth starten bei der Rallye Dakar.
Andreas und Jürgen Hellgeth haben es wieder getan. Nach über 15 Jahren haben sie wieder einen Rallye Unimog für sich gebaut, um damit die härteste und berühmteste Rallye der Welt zu fahren: die Rallye Dakar. Das Besondere daran: Die erfahrenen Rallye-Piloten gehen im Januar mit einem nagelneuen Unimog U 4030 an den Start – vollgepackt mit der neuesten Technik.
Ein neuer Unimog für die Dakar.
„Ich will damit zeigen, dass auch ein modernes Fahrzeug diese Strapazen durchstehen kann“, erklärt Andreas Hellgeth, der zusammen mit seinem Bruder ein 40-köpfiges Spezialaufbau Unternehmen leitet, die Hellgeth engineering Spezialfahrzeugbau GmbH. Die Hellgeths konstruieren und bauen robuste Raupenfahrzeuge, die beispielsweise bei Expeditionen zum Einsatz kommen. Bis hin zur eigenen Patententwicklung geht die Tüftelei in Wurzbach im thüringischen Saale-Orla-Kreis.
Auch bei Expeditions- und Wohnmobilaufbauten für den Unimog genießen die Brüder Hellgeth in der Szene einen aus-gezeichneten Ruf. Mit dem Unimog TenereX haben sie jüngst ein hochgeländegängiges Wohnmobil geschaffen, von dem viele Freizeitcamper träumen.
Mehr Leistung für die Wüste.
Wenn die Hellgeths einen Unimog für höchste Strapazen in der Wüste Saudi-Arabiens fit machen, dann muss allerdings vom Standard abgewichen werden: Der neue Unimog U 4030 mit Euro-VI-Norm hat einen großen 6-Zyliner-Motor mit zwei Turboladern und 500 PS verpasst bekommen – Serie sind 300 PS.
Zu sechst sind die Thüringer ab dem 3. Januar dann unterwegs, begleitet vom eigenen Werkstatt Actros. Bis zum Ende der Tortur gilt es rund 10.000 km durchzustehen. Tagesetappen von 800 bis 900 km sind die Regel. Das aktuelle Reglement sieht in der Lkw-Klasse allerdings nur eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h vor.
„Wir sind auch schon 160 gefahren, doch das Unfall- und Verletzungsrisiko ist bei solchen Geschwindigkeiten in vollkommen unbekanntem Gelände einfach zu groß“, weiß Andreas Hellgeth.
Erprobt unter Rennbedingungen.
Erprobt haben die Hellgeths ihr Fahrzeug in diesem Jahr auf Herz und Nieren bei der Rallye Breslau sowie der Rallye de Maroc. Die Rallye Breslau ist eine internationale lizenzfreie Rallye-Raid-Rennserie, die jährlich und bisher grenzübergreifend in Deutschland, Polen, Bulgarien und Rumänien stattfindet. Sie gilt seit einigen Jahren als die europäische Rallye Dakar. Die Hellgeths waren übrigens auch schon Gesamtsieger der Rallye.
Die Rallye du Maroc ist das letzte große Treffen vor der Rallye Dakar, die als Auftakt der nächsten W2RC-Saison gilt. Die neuen sportlichen Features der Dakar werden oft im Vorfeld während der Rallye du Maroc getestet.
„Nachdem wir in den letzten 15 Jahren ausschließlich Kundenprojekte realisiert haben, wollten wir auch wieder einmal etwas Eigenes auf die Beine stellen“, erzählen die Hellgeths. „Also haben wir das Projekt Dakar 2026 gestartet, uns und das Team bestens vorbereitet und hoffen nun auf ein unfallfreies und erfolgreiches Rennen.“
Starke Unimog Geschichte bei der Dakar.
Die Hellgeth-Fans rund um den Globus drücken die Daumen – und denken dabei an den Unimog Sieg in der Lkw-Wertung von 1982 zurück: Bei der vierten Rallye Paris-Dakar erklomm mit ihrem Unimog U 1700 L das Team Georges Groine, Thierry de Saulieu und Bernard Malfériol das Sieger-Podest. Platz zwei belegte mit einem Unimog U 1300 L das Team Pierre Laleu und Bernard Langlois.
Nicht zu vergessen natürlich der Unimog Sieg von 1985 von Paris-Dakar-Legende Karl-Friedrich Capito und seinen Söhnen Jost und Volker mit dem Unimog U 1300 L.
Projekt umgesetzt mit:
Hellgeth engineering Spezialfahrzeugbau GmbH