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Herausforderung
Hauptfriedhof.

Wie ein Unimog in Würzburg die Grabmacher unterstützt.

Wenn Kai-Uwe Köhler und seine Kollegen mit dem neuen, grauen Unimog U 327 ausrücken, dann gehen sie sehr behutsam vor. Ihre Berufsbezeichnung: Grabmacher. Ihr Arbeitsort: die neun Friedhöfe im Stadtgebiet Würzburg.

Wandel auf dem Friedhof.

Seit 1992 ist Kai-Uwe Köhler bei der Stadt Würzburg angestellt. „Wie viele Gräber ich seither ausgehoben habe, kann ich gar nicht mehr zählen“, sagt er. Nach seinen Worten waren es in seiner Anfangszeit aber fast ausschließlich Erdbestattungen, die er vorbereitet hat.

Heute ist das anders, denn die Erdbestattungen machen nur noch etwa 30 % der Beisetzungen in Würzburg aus. „Für die Hinterbliebenen ist es meist eine Kostenfrage“, erklärt er. Ein Urnengrab sei günstiger und würde daher immer öfter gewählt.

Der Unimog für enge Wege.

Alleine auf dem Würzburger Hauptfriedhof befinden sich rund 28.000 aktive Grabstätten. Insgesamt sind es in Würzburg um die 60.000. Die Wege auf dem Friedhof sind schmal und oftmals eine Herausforderung für das inzwischen schwere und moderne Arbeitsgerät der Grabmacher.

„Drei Jahre lang haben wir intensiv nach einem geeigneten Fahrzeug für unsere Bedürfnisse gesucht. Der Unimog hat sich in jeder Hinsicht als das Beste herausgestellt. Vor allem seine schmale Bauweise, sein enger Wendekreis und seine beinahe unendliche Variationsmöglichkeit sind für uns optimal“, schwärmt Kai-Uwe Köhler, der gemeinsam mit dem Kollegen Mirlind Nuhija die Konfiguration des Fahrzeugs vorgegeben hat.

Kran und Grabaushub.

Die Besonderheit an dem neuen Geräteträger: der hinter dem Fahrerhaus montierte Hiab Kran mit Baggerschaufel. Auf seine maximale Länge von 9 m ausgefahren hebt der immer noch stattliche 680 kg. „Wir kümmern uns auch um die Müllentsorgung auf den Friedhöfen der Stadt. Dafür nutzen wir kommunale Gitterboxen und die tauschen wir mit dem Unimog.

Die nach drei Seiten kippbare Ladefläche mit Ladebordwanderhöhung ist allerdings auch für den Grabaushub ein wichtiges Feature: „Wenn wir keinen Platz haben, den Grabaushub vor Ort seitlich zu lagern, dann fahren wir ihn mit dem Unimog weg. Nach der Bestattung verfüllen wir das Grab dann wieder mit Hilfe unseres Minibaggers.“

Immerhin: Ein Einzelgrab muss eine Tiefe von mindestens 1,80 m aufweisen, bei einem Tiefgrab für die Beisetzung von zwei Särgen übereinander 2,40 m. Die Breite liegt üblicherweise bei 80 cm. So kommen bei einem herkömmlichen Grab schnell um die 3,5 m3 Erdreich zusammen. Kein Problem für den Unimog U 327, diese Menge huckepack abzufahren. Dabei assistieren insgesamt fünf Kameras, vier davon über jedem Radkasten, dass der Unimog nirgends aneckt.

Gefahr unter der Erde.

Großes Glück hatten Köhler und seine Kollegen vor einigen Jahren, als sie beim Ausbaggern auf eine Phosphorgranate aus dem Zweiten Weltkrieg stießen. „Wir dachten zuerst, es handle sich um eine Art Grabbefestigung, um irgendeinen Spriegel. Nachdem wir dran gezogen und das Ding mit Schaufeln freigelegt hatten, haben wir erst erkannt, welcher Gefahr wir plötzlich ausgesetzt waren. Ein Spezialunternehmen für Kampfmittelbeseitigung hat die Granate dann fachgerecht entfernt und entsorgt.“

Ein Beruf mit viel Nähe.

Wie verarbeitet man die Trauer, mit der man an seinem Arbeitsplatz täglich konfrontiert wird, zumal die Grabmacher auch für das Herablassen der Särge zuständig sind? „Wir lassen es einfach nicht an uns heran, dann kann man sehr gut damit fertigwerden. Schwierig ist es allerdings immer bei einer Kindesbestattung. Das berührt selbst den dienstältesten Grabmacher bei uns im Team.“

Projekt umgesetzt mit Unimog Generalvertretung:
Ing. Kurt Herold GmbH & Co. KG

Der Unimog Geräteträger.

Ermöglicht individuelle Lösungen für ganzjährigen Einsatz – durch flexible An- und Aufbaumöglichkeiten.

Der hochgeländegängige Unimog.

Punktet als zuverlässiges Kraftpaket mit einem Ziel: Unverwüstlichkeit so einsatzstark wie möglich machen.

Unimog Kommunal.

Der Spezialist für kommunale Aufgaben lässt sich an bis zu 365 Tagen im Jahr hervorragend auslasten. Und macht sich so mehr als nur bezahlt.