Diesen Job schafft nur der Unimog.
Franz Zobrist macht am Brienzer Rothorn keiner etwas vor. Seit 1984 sorgt er für den Schneebruch. Seit jeher als Selbstständiger – und mit dem Unimog. „Diese harte Arbeit würde man wohl mit keinem anderen Fahrzeug schaffen.“ Bis 2015 nutzte der 60-Jährige seinen eigenen U 406. Jetzt arbeitet er mit einem Fahrzeug, das die Bahn-Betreiber angeschafft haben, beraten von Zobrist: ein U 430 Geräteträger. Euro VI-Motor mit 7,7 Liter Hubraum, 1200 Nm Drehmoment, Hinterachs-Zusatzlenkung (HZL), hydrostatischem Fahrantrieb und Schneefräse von Kahlbacher – eine Top-Ausstattung.
„Dank HZL zum Beispiel kann er den sogenannten Hundegang“, so Zobrist. „Der hilft durch leicht eingeschlagene Räder an beiden Achsen, wieder rückwärts rauszukommen, wenn ich mich richtig in den Schnee reingearbeitet habe. Der Unimog war schon immer spitze, aber die neue Technik macht nochmal einen gewaltigen Unterschied!“ Spricht’s und klettert wieder ins Fahrerhaus. Was den Job so hartmacht, ist neben der Steigung und der Menge des Schnees auch dessen Beschaffenheit. „Er liegt teils seit November und ist unglaublich hart. Weich soll er aber auch nicht sein, sonst wird die Oberfläche zu rutschig“, sagt Zobrist.
Schwankungen im jährlichen Schneeaufkommen.
Immer muss das Team auf der Hut sein vor Lawinen und Steinschlag. Auch Zobrists Vater hatte die Wachsamkeit im Blut – bis ihn nach 20 Jahren Arbeit hier am Berg ein Schneebrett erschlug. Vielen Alpen-Touristikern bereitet der Klimawandel Sorgen, auf den Schnee am Brienzer Rothorn hat er kaum Einfluss. „Wir haben an den exponierten Stellen stabile Mengen, Schwankungen von Jahr zu Jahr gab es schon immer“, so Schlosser. Besonders heftig war es 2012. Damals errechnete der Technikchef, dass für einen Abtransport mehr als 1.500 Güterwagen nötig gewesen wären.
Seit 1892 unter Dampf
Von der Talstation am Brienzer See fährt die Bahn bis auf 2.244 Meter am Brienzer Rothorn hinauf und bewältigt dabei 1.678 Höhenmeter. Die Steigung: im Schnitt 22,5 Prozent. Den Vortrieb erledigen zwei vertikal angebrachte Zahnräder. Im Einsatz sind vor allem Dampfloks, drei davon seit 1892. Viele Bahnen in der Schweiz wurden bis heute elektrifiziert. Die Brienz Rothorn Bahn dagegen fährt weiter mit Dampf – gerade das lockt viele der zuletzt mehr als 140.000 Gäste pro Jahr an.
Text: Florian Oertel
Fotos: Henrik Morlock
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